
Christian Wolfes
Der charmante "Almwirt"
Die Liebe zum Kochen hat er wohl von seinem
Elternhaus mitbekommen. Die gutbürgerliche Kost des Familienbesitzes
Gasthaus Bermpohl, lockte sein Interesse bereits, als er nur auf Zehenspitzen
und unter größter Kraftanstrengung in die Kochtöpfe
spähen konnte.
Wenn schon die Mutter Köchin ist, der Vater mit Leib und Seele
Gastronom und die Schwester auch Köchin wurde, fällt die Frage
nach der künftigen Beruf nicht schwer!
Seine folgende Ausbildung erfuhr der sympathische Ostwestfale zwischen
Hausmannskost im "Vorzeigebetrieb" Gasthof Gröppel in
Bielefeld und der Haute Cuisine des High- Society- Ortes St. Moritz.
Zwar passte seine am eindrucksvollen Datum 9.9.1999 "glücklich
geschiedene" Frau nicht in sein Leben als Koch, der DSC Arminia
Bielefeld wohl umso mehr: seit 1995 betreibt er mit seinem Freund Wladimir
Holuch ein Unternehmen, das unter Anderem dafür sorgt, dass die
durstigen Mäuler der Arminen- Fans gefüllt werden, was ihm
zu seinem legendären Spitznamen "Almwirt" verhalf. Inzwischen
ist er Caterer dreier Fußballstadien in Paderborn, Braunschweig
und natürlich der "Heimat-Basis" Bielefeld!
Eine zünftige westfälische (Stadion)-Bratwurst weckt in Christian
weitaus mehr Emotionen, als geviertelte Möhrchen, Kalbspastetchen,
Kaviar oder in feinstem Trüffel-Öl geschwenkte Fleischstückchen
vom Huhn im Dialog mit ausgewähltem Heimatgemüse gebettet
auf Basmati- Reis!
Getränkecatering bei Elton John Konzerten den Black Föös,
Großveranstaltungen wie Musical-Dinnershows oder Aufstiegsfeiern
sind nur einige Stationen seiner aufregenden "coolinarischen"
Vita.
Unter gar keinen Umständen kann der waschechte Westfale jedoch
auf etwas Bodenständiges wie Kartoffeln in seiner Küche verzichten.
Zwei weiter unersetzliche Dinge in der Küche sind der Kombidämpfer
und der Induktionsherd.
Wenn ihn eine Wunschfee über den Weg laufen würde, wären
seine Wünsche Gesundheit, ein Leben in der Karibik auf St. Martin
und genügend Essen für alle Menschen auf der Erde.
Die Karibik ist übrigens so etwas wie seine 2. Heimat, insgesamt
hat er bereits 3 Jahre dort verbracht, am liebsten auf Jamaica und St.
Martin - der Feinschmecker-Insel.
Auf die Frage, wie er sich selbst beschreibt, sagt er "spontan,
immer gut drauf, eloquent und zielstrebig". Was er will, das schafft
er auch. Er mache sich nichts aus Religion, Alter, Hautfarbe, Nationalität
und am wenigsten aus Haaren, erzählt er und lacht schallend!
Die besten Rezept Ideen kommen ihm beim Einkaufen auf dem Markt aber
meist auch erst beim Kochen selbst. Seine frische Küche ist regional
und saisonal, natürlich mit karibischen Einflüssen. Ihm ist
wichtig, nachvollziehbar zu kochen und selten mehr als 4-5 Zutaten zu
nutzen. Christian setzt dabei auf moderne Gartechniken und kann das
notwendige Equipment für die unterschiedlichsten Veranstaltungen
(Flying Buffet, Showkochen, Küchenparty oder, oder, oder...) komplett
mitbringen.
Für die Zukunft der Spitzengastronomie wünscht sich der "Almwirt"
mehr Identifikation mit der eigenen Region und saisonalere Gerichte.
Spargel zum Beispiel hat nichts an Weihnachten zu suchen, findet er,
man sollte viel mehr Rücksicht auf die Natur nehmen. Dazu gehört
auch, Nachhaltigkeit nicht nur als ein Schlagwort zu sehen sondern sich
intensiv damit auseinander zu setzen und diese auch in der Küche
zu leben.
Spitzengastronomie sollte Erwartungen wecken und Bedürfnisse befriedigen.
Aber dennoch sollte der Spaß beim Kochen und der Spaß an
gutem Essen dabei nicht fehlen, denn der geht ja bekanntlich durch den
Magen!
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