Es geschah nachts
um halb eins beim Spätzlemachen. Plötzlich wusste Peter Scharff: Du
willst auch Koch werden. Angesteckt hat ihn damals sein älterer Bruder
und damaliger Kochlehrling Martin, der die gesamte Familie Scharff mit
dem Kochvirus infizierte.
"Martin versprühte damals soviel Leidenschaft und brachte sogar meiner
Mutter noch das professionelle Kochen bei", erinnert sich Scharff noch
heute an die nächtlichen Familienkochstunden unter Leitung des "Großen".
Dass in den Brüdern wahre Kochtalente mit der Lizenz zum Sternekoch
steckten, sollte sich schnell herausstellen. So tat es der jüngere Spross
der Scharff- Familie seinem Bruder gleich und begann 1986 seine Kochlehre
im Ringhotel Hohenlohe. Während seiner Ausbildung wurde der Wunsch auch
einmal in die süße und fabelhafte Welt der Patisserie einzutauchen immer
größer, sodass Peter Scharff nach seiner absolvierte Ausbildung zum
Koch, noch eine Konditorlehre anschloss. Wissensdurstig und voller Leidenschaft
bewies Scharff auch auf dem süßen Terrain Fingerspitzengefühl und jede
Menge Raffinesse. Mit Rudolf Staubinger hatte er damals im Hotel Traube
Tonbach einen "sensationellen Lehrmeister" gefunden. Doch der Duft
von deftigen Gerüchen ließen den Konditorlehrling immer wieder schwach
werden. "Mich zog es nach meiner Tagesschicht als Patissier immer wieder
ins Abendgeschäft hinter den Herd. Die Euphorie unter den Köchen war
einfach beeindruckend und ließ jeglichen Stress vergessen", meint der
heutige Sternekoch Scharff rückblickend.
Hin- und hergerissen zwischen zwei Leidenschaften, machte sich Scharff
nach der Konditorlehre auf den Weg zurück zu seinen "Wurzeln" und heuerte
bei seinem "großen" Bruder in Dinkelsbühl an, der zu diesem Zeitpunkt
schon einen Stern hatte.
Das Sprichwort: "Wer rastet der rost" nahm sich Peter Schraff stets
zu Herzen, so verfeinert er seine Kochkunst nicht nur unter den Fittichen
der Starköche Harald Wohlfahrt und Dieter Müller auf heimischen Terrain,
sondern zog auch in die weite Welt hinaus. Neben New York macht der
fabelhafte Koch auch in Barcelona Station.
"Ich lernte damals die Kunst des Improvisierens, die ebenso wie die
Kenntnis über die traditionelle französische Küche und eine Portion
Kreativität zur Spitzenküche dazu gehört", erinnert sich Scharff an
die wohl verrückteste Zeit seines Lebens und das "magische Dreieck"
der Kochkunst. Aus dem sonnigen
Spanien zurück, verschlug es das Multitalent in den rauen Norden, nach
Hamburg auf den Poissonier - Posten: ein komplettes Kontrastprogramm.
Doch was hängen blieb, kam ihm nicht zuletzt bei Großveranstaltung wie
der Bambi-Verleihung zu Gute, bei der er 2006 bereits zum dritten Mal
als verantwortlicher Küchenchef brillieren konnte. Schließlich wurde
Peter Schraff 2000 als bester Fischkoch Deutschlands gekürt, was ihm
natürlich auch in "Promi-Kreisen" redlich Eindruck verschaffte.
"In Barcelona und Hamburg bekam ich die Routine für Großveranstaltung,
das Kalkulieren für Veranstaltung die etwa der Größenordnung der Bambi-Verleihung
(etwa 1200 Gäste) fiel mir durch die Erfahrung so sehr viel leichter",
schätzt Scharff die zugegebenermaßen anstrengende Zeit noch heute sehr. Und dennoch
nennt er bei der Frage nach seiner prägendsten Station eine andere:
und zwar das Restaurant "Le Grand Chalet" in Gstaad/Schweiz. Angekommen
im Land der Schokolade, erwartete ihn nicht nur die hohe Kunst der Schokoladenmalerei,
sondern auch ein hoher Qualitätsanspruch an ihn als Koch. Seine Stunde
hatte wohl geschlagen und endlich durfte der Jungkoch seine Qualitäten
bei der Zubereitung der "deftigeren" Speisen beweisen. Doch leichter
gesagt als getan: der Job war hart, anspruchsvoll, qualitativ hochwertig
und stellte dennoch mit Sicherheit die entscheidenden Weichen für den
Weg zum Sternekoch. Mitunter 27 mit Bravour zubereitete Gemüsebeilagen
waren von dem aufstrebenden Koch damals gefordert.
Heute ist das kein Problem mehr für den Spitzenkoch mit der ausgeprägten
Kräuter-Leidenschaft. Als Küchenchef im Landhotel Wartenberger Mühle
hat Scharff alle Freiheiten, von denen er schon immer träumte. Ein eigener
Kräutergarten ermöglicht ihm die Kreativität, die sein Kochherz höher
schlagen lässt. Er muss nicht mehr länger kochen, was die Gäste wollen,
sondern die Gäste kommen gezielt wegen seiner Kreationen ins Landhotel.
Ein wahrer Traum für einen Spitzenkoch, dessen Karriere bereits durch
einen Michelin Stern nebst vieler Auszeichnung im Feinschmecker und
dem Gault/Millau gekrönt wurde. Und dabei wissen
die Gäste beim Blick auf die Speisekarte oftmals nicht, was sie auf
den Tellern erwarten wird: Auf der Karte des Gourmet- Restaurants finden
die Gäste jeweils nur den Namen des jeweiligen Gericht bestimmenden
Krautes oder Gewürzes. Für die Gäste ein wahres Abenteuer, denn ob sie
nun bei Order von Kümmel, Thymian und Co. Ziegenkäse, Steinbutt oder
vielleicht süße Erdbeeren erwartet, steht zunächst einmal in den Sternen,
die nur einer beeinflussen kann: Der Herr der Kräuter, Peter Scharff,
einer der mit seinen qualitativ hochwertigen und innovativen Kreationen
begeistert.
Immer an erster Stelle stehen bei ihm Qualität der Lebensmittel und
Kräuter. Scharff scheint die Herkunft jeder kleinsten Erbsen und scheinbar
noch so unbedeutenden Linse zu kennen. Ein wahrer Perfektionist, mit
dem sie ein wahres Feuerwerk des Geschmacks feiern können. Ein Feuerwerk,
der Superlative und natürlich eine Hommage der frischen Kräuter…..