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Michael Kammermeier

Kochen ist Trumph

"Sag mal, denken die Leute eigentlich, ich bin ein langweiliger Typ, wenn ich sage, dass ich schon immer Koch lernen wollte"? Michael Kammermeier ist für Spaß zu haben und transportiert ihn auch. Diese Frage allerdings hatte schon einen gewissen ernsten Hintergrund, denn "Ich bin nicht sicher, ob jeder weiß, wie kreativ und spannend dieser Job ist".

Ganz genau genommen stimmt die Sache mit dem "immer schon Koch werden wollen" auch gar nicht, denn seine Karriere in der Gastronomie startete Michael nämlich als Hotelfachmann. Ziemlich schnell stellte er jedoch fest, dass ein Leben als Hotelfachmann nicht die Spannung erzeugt, die für ihn jedoch lebenswichtig ist.

Zwei Wochen später zog er daraus seine Konsequenzen und wechselt die Rezeption mit der Küche im gleichen Hause.
Nach der Lehre ging Michael zu Heinz Winkler nach Aschau und startete seine Erfahrungen in der Spitzengastronomie bei einem 3-Sterne-Koch.
"Von dort war es ein großer Schritt für mich, als ich zu Stefan Marquard an den Bodensee wechselte. Nicht wegen der Küche. Beide kochen echt lecker. Eine riesige Umstellung war der unterschiedliche Führungsstil. Bei Stefan musste jeder in der Küche plötzlich selbst kreativ werden. Außerdem war die Musik viel besser."

Der gebürtige Allgäuer hasst holländisches Treibhausgemüse und Lebensmittel die nach nichts schmecken. Deftige Gerichte sind eher sein Fall. Da sein Vater Metzger und seine Mutter Gärtnerin ist, mangelte es bei Kammermeiers Daheim nie an gutem Essen aus frischen Zutaten. Das wichtigste beim Kochen ist daher seiner Meinung nach die Kreativität und solides Handwerk. Es kommt weniger darauf an, dass man irgendwelche exklusive Produkte verarbeitet, sondern vielmehr, was man aus gerade vorhandenen Lebensmitteln mit Liebe, Spaß und guten Ideen zaubern kann.

Für die Zukunft der Sternegastronomie wünscht er sich einen gesteigerten Erlebniswert.
"Viele Köche sollten mehr Wert darauf legen, dass die Gäste tatsächlich etwas von der Arbeit in der Küche mitkriegen. Das kann einerseits durch offene Küchen passieren, in die der Gast auch mal reinschauen kann, oder aber durch Köche oder Servicepersonal, die am Tisch tranchieren oder vorlegen."
Ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis und ein aufmerksamer Service, der den Gast nicht ständig stört und nervt wären ebenfalls angesagt.

In der "Ente" im Nassauer-Hof baute er seine Führungsstil-Erfahrungen aus. Natürlich auch, was das Kochen angeht. Und weil die Rhetorik auch eines seiner vielfältigen Stärken ist, versetzt er sich hier manchmal zurück an die Rezeption und bringt mit Elan am Telefon herüber: Enten-Küche, Kammermeier, HALLO !

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