





|
 |

Markus Herbicht
Ein Typ zum "Pferdestehlen"...
Markus Herbicht ist Executive Chef im Luxushotel The Westin Grand Berlin. Ende November 2002 zog es ihn aus dem illustren Estepona an der spanischen Costa del Sol an die Spree. Eine Rückkehr, die der gebürtige Saarländer mit großen Plänen verbindet. Im Westin Grand übernimmt er die Verantwortung für drei Restaurants, das „Stammhaus“, die „Lobbybar“ mit der Terrasse „W“ und das „Friedrichs“, das Hauptrestaurant des Fünf-Sterne-Hotels. Außerdem heißt es, das gutgehende Veranstaltungs- und Cateringgeschäft kulinarisch zu betreuen. Eine gehörige Portion Arbeit erwartet den kreativen und sehr kommunikativen Küchenchef, der sich nach wenigen Wochen bereits in der Berliner Gastronomieszene wieder eingelebt hat.
In seiner bisher kurzen Präsenzphase hat Markus Herbicht bereits eine Reihe großer Veranstaltungen betreut: Das Catering für 800 Personen zum Reminder’s Day der ProSiebenSat1Media AG in den Filmstudios Adlershof; eine exklusive Silvestergala für knapp 400 Gäste im Haus; die große After Show Party nach der Unterhaltungssendung Wetten, dass...? für 800 Personen im Hotel; ein pompöses Kundenevent mit Eckard Witzigmann und seinen Kochteam, das gemeinsam mit Herbicht in seiner Küche wirbelte und routierte.
Man sollte meinen, Markus Herbicht sei ausgelastet – weit gefehlt: Viele kulinarische Ideen geistern in seinem Kopf herum und werden derzeit geplant und eruiert. Man darf gespannt sein, was die Gastronomie im Berliner Grandhotel in diesem Jahr präsentieren wird.
Sein bisheriger Lebensweg hat den 34jährigen geprägt: Ende der achtziger Jahre beobachtete er intensiv die ersten Fernsehsendungen mit prominenten Köchen und fand großen Gefallen daran. Doch beim Zuschauen blieb es erst einmal. Sein Weg führte ihn zunächst nach Mainz, in das dortige Hilton zu Pierre Pfister. „Dort habe ich erst gesehen und erkannt, was eigentlich in diesem Beruf alles steckt. Vor allem bei Großveranstaltungen und deren präziser Organisation sowie professioneller Umsetzung habe ich eine Menge von Pierre Pfister, dem Maitre in der Kombination von Quantität und Qualität, abschauen dürfen. Ich habe dabei sehr viel für meine spätere Karriere gelernt und gerne unter seiner Leitung gearbeitet.“ Nach einem guten Jahr verließ er das Mainz Hilton und wandte sich ab von der Großgastronomie.
„Ich bekam die Chance, zu Johann Lafer ins Le Val d`Or zu gehen, der damals gerade seinen zweiten Stern erkochte.“ Seine Zeit mit Lafer bezeichnet Markus Herbicht als die kreativste seiner Aus- und Weiterbildung. Geradezu schwärmerisch erinnert er sich an Lafers Ideenreichtum und Qualitätsansprüche. Als ungewöhnlich interessant sieht er auch jene Zeit, in der Lafer seine Fernsehkoch-Schule drehte und Herbicht hinter den Kulissen als „guter Geist“ fungierte. Er entwickelte Rezepte, organisierte den Einkauf sowie das Foodstyling und arrangierte die fotooptischen Präsentationen.
Und wie ein gutes Omen war schließlich wohl auch der Titel eines Buches von Johann Lafer, an das Markus Herbicht ebenso seine helfende Hand anlegen durfte – „Kochen wie in Asien“. Denn wenig später, 1991, ging er mit 22 Jahren nach Thailand. Zuerst auf die Insel Phuket, später nach Bangkok, um dort in zwei Hotels sehr lehrreiche, wenn auch nicht immer positive, Erfahrungen zu sammeln. Nach drei Jahren Thailand kam der Ruf nach Berlin. Markus Herbicht übernahm mit 26 Jahren die Position des Küchenchefs im Radisson SAS Hotel und war damit der jüngste Executive Chef in Deutschland. „Ich konnte einfach nicht widerstehen, die Herausforderung war zu groß.“
Nach zwei erfolgreichen Jahren in Berlin und abgeschlossener Meisterschule in Heidelberg verschlug es Herbicht zu Käfer nach München. Eine Aussage von Gerd Käfer wird er nie vergessen – „nur die Perfektion wird siegen“, er hat sie inzwischen adaptiert. Von München ( mit dem Vertrag nach Estepona bereits in der Tasche) ging es zurück zur Hauptstadt, in das Hotel Restaurant First Floor, das zu den Besten in Deutschland zählt. Sieben Monate stand er Rolf Schmidt zur Seite.
Im Kempinski Resort Hotel Estepona verwirklichte Markus Herbicht nun einen lange gehegten Traum. „Ich konnte meine gesammelten Erfahrungen endlich richtig zum Einsatz bringen.“ Schon nach sehr kurzer Zeit kochte sich der junge Deutsche in die Herzen der High Society in Marbella. Sein unverwechselbarer leichter und legerer Küchenstil machte sein Restaurant zu einer festen Institution der Reichen und Schönen an der Costa del Sol, er zählte zu den besten Küchenchefs in ganz Andalusien - und heute?
Heute trifft er sich mit prominenten Kollegen der Hauptstadtszene, mischt überall kräftig mit, wo sich Prominente und Stars treffen und wird in nicht allzu ferner Zukunft seinen Restaurants einen festen Platz in der Berliner Gastronomie zuweisen.
|