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MATTHIAS BUCHHOLZ

Der kulinarische Himmel ist im ersten Stock

Gerade mal fünf Jahre alt, wandert er mit einem Kochlöffel bewaffnet in die Küche seines Onkels. Wahrscheinlich haben seine frühzeitigen Ambitionen dem Onkel damals nicht so sehr geholfen und auch ihm selbst war noch nicht so richtig klar, das solche Art der Werkelei mal seine große Liebe und Leidenschaft werden wird. Schon erst recht nicht, dass er einmal ein gefeierter Star in den deutschen Küchen werden würde.

Zwischen dieser kindheitlichen Küchenwanderung liegen nun ein Michelin Stern, der zweifache Berliner Meisterkochtitel, der Berliner Koch des Jahres 2000, der Bunte Aufsteiger 2000, zwei Varta Kochmützen, 18 Gault Millau Punkte und so vieles mehr.
Bedeutsamste Ehrung nun der Titel "Koch des Jahres" der Gourmetbibel Gault Millau. Und der kleine Mann von damals ist inzwischen 34 Jahre alt geworden.

„Wann er zuletzt so richtig ausgeschlafen hat?" Matthias Buchholz sitzt an seinem Küchenbüro-Schreibtisch und denkt nach ....
Mitten in Berlin rast die Zeit – und für einen so vielbeschäftigten Küchenchef wie Matthias Buchholz rast sie gleich doppelt schnell. Neben den exquisiten Essen im Gourmetrestaurant "first floor" gehören zu seinen kulinarischen Hauptstadtaufgaben auch die Ausrichtung von nicht minder erstklasigen Galaveranstaltungen, Küchenpartys mit lang anhaltendem Aha-Effekt; die Vorbereitungen zum Gourmet-Festival laufen auf vollen Touren, erste Weihnachts-und Festtagsplanungen stürmen auf den besonnenen chef de cuisine ein. Dazu bringen Berliner-Meisterkochaktivitäten auch administrative Arbeiten mit sich. Kücheneinteilungen, Speisekarten schreiben, Bestellungen erledigen – solche Aufgaben erwähnt er schon gar nicht mehr. Dem vielseits zum Shootingstar bezeichneten Sohn des Rheinlands werden nun mehr und mehr die längst verdienten Lorbeeren zuteil: Der BUNTE-Titel "Aufsteiger des Jahres 2000" war für ihn ein Erfolg, über den er sich riesig gefreut hat. Dazu Lobeshymnen aus allen Ecken der einschlägigen Fachpresse und seitens der Gourmetführer. Management in eigener Sache ist für ihn weitaus wichtiger als Selbstlob. Fast scheint es, als hätte er noch gar nicht richtig gemerkt, daß er ganz weit vorne in der Küchenliga mitspielt. Die gut besuchte Telefonleitung seines Küchenchefbüros läßt ihm keine Zeit für kommunikative Extravaganzen.

Ein Kopf schaut zur Tür herein und meldet einen Neuzugang für die Küche. Er begrüßt seine neuen helfenden Hände,denn Wohlgefühl fängt im "first floor" schon in der Küche an: Mit einem gut aufeinander eingespieltem Team - damit das Gourmetflaggschiff nicht ins Wanken gerät und das Ereignis "haute cuisine" täglich aufs Neue die Frage treffend beantwortet auf das "Was wünscht der Gast?" Momentan freut er sich über einen Salat von Traubenbrust und Gänseleber mit Pinienkernvinaigrette, kross gebratenem Zander auf lauwarm marinierten Gurken, Jacobsmuschel und Langostino im Filoteig gebacken bis hin zu Dessert-Köstlichkeiten wie einer Pfirsich-Champagner-Kaltschale mit Waldbeeren und Mascarponeeis.

Kochen mit zeitgemäßer Leichtigkeit und sinnlicher Würzphantasie sagt man ihm nach. An der Verbindung der Europäischen und Asiatischen Küche versuchen sich unlängst viele, aber wenige bringen sie so harmonisch in Einklang wie Matthias Buchholz; quasi gleichermaßen als Geschmacksgarant für eine Aromenvielfalt, die seinesgleichen sucht. Kleine Schritte hat er seit Übernahme der Küchenleitung 1999 wirklich nicht gemacht. Angesammelt sind nun so viele und große Auszeichnungen, dazu nun der Gault Millau Titel "KOCH DES JAHRES 2001". Hat dieses mit erst 34 Jahren überhaupt schon jemals einer geschafft? Nach einem "er kam, kochte und siegte-Prinzip" kann sich eine kochende Karriere kaum schöner lesen. Daher ist es auch eher komisch als sinnvoll, ihn immer wieder als den Nachfolger seines Vorgängers zu beschreiben.

Besonnen und überzeugend hat er seinen eigenen Weg eingeschlagen, mit größtmöglicher Überzeugungskraft seine ureigene Interpretation von kulinarischen Glückseligkeiten an den geschmacksverwöhnten Gourmet gebracht: "Ein würdiger und verdienter Koch des Jahres sei er" heißt es. Verraten sei all jenen, die Matthias Buchholz nicht kennen, daß dieser junge Küchenchef ein symphatisch-netter Typ ist, der seinen mit hohen Erwartungen versehenen Posten mehr als nur hervorragend ausfüllt.
Geradezu liebenswert bekennt er sich zu seiner Schwäche zu "einfachem" leckeren Essen wie Sülze mit Bratkartoffeln oder Kohlroulade.

Obwohl er den Onkel schon frühzeitig unterstützte, schwebte ihm der Kochberuf damals, zu Schulzeiten, noch gar nicht als DER Traumberuf vor, sondern war eher eine Entscheidung mangels vorhandener Lehrstellen.
Eine Ausschreibung für eine Kochlehre interessierte den seinerzeit 16- Jährigen und bei an die 70 eingegangenen Bewerbungen auf diese Ausschreibung erhielt er den Zuschlag. Ein gutes Omen sicherlich, denn sonst wäre unsere heutige Gourmetwelt um ein Kochgenie ärmer, einem, der es immer wieder aufs neue meisterlich versteht, fremde Gaumen in Überraschung zu versetzen. Nicht selten sind es an die 500 geschmacksverwöhnte Gourmets, die eben jene kulinarischen Darbietungen nicht als Massenabfertigung verstanden haben wollen. Organisationstalent ist dabei schon obligatorisch. Die Operation Glamour ist ein knallharter Knochenjob von 12, 13, 14 - manchmal sogar 16 Stunden pro Tag. Was macht er denn, wenn er Freizeit hat? "Schlafen natürlich, was sonst?"


Michelin 1 Stern und 4 von 5 Bestecken

Varta 2 Kochmützen

Schlemmeratlas 3 Löffel

Marcellino’s 2000 Platz 2 der "TOP 10 Luxusrestaurants"

Capital Platz 22 der TOP 100-Restaurantliste

Bertelsmann Guide 4 von 5 Hauben

Magazin "Bunte" 2000 AUFSTEIGER DES JAHRES

Auszeichnung BERLINER MEISTERKOCH 1999 und 2000

Ehrung zum BERLINER KOCH DES JAHRES

Gault Millau seit 2001 18 von 20 Punkten

und Titel KOCH DES JAHRES 2001
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