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Christoph Bob

Koch auf Umwegen

Um ein Haar wäre Christoph Bob im Büro gelandet. Allein seiner Liebe zur See haben es alle Genießer zu verdanken, dass Bob nun doch die Kochlöffel schwingt und sein Können hinterm Herd unter Beweis stellt.
Der sympathische Christoph Bob begann nach einem, nach seinen Angaben eher bescheidenen Fachabitur zunächst eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Nach seiner bestandenen Prüfung streckte die Bundeswehr ihre Flügel nach dem jungen Bob aus, der daraufhin das Glück hatte zur Marine zu kommen. "Es war einfach wunderbar, ich habe die Seefahrt kennen und lieben gelernt und von da an war mir klar, dass ich weiterhin auf hoher See arbeiten wollte", erinnert sich Christoph Bob an seine entflammte Leidenschaft. Ein Bürojob kam für ihn damals überhaupt nicht mehr in die Tüte.
Doch ein Engagement auf hoher See war nur schwerlich zu ergattern. Auf seine Bewerbung an das Segelschiff "Sea Cloud", kam damals von der Reederei die knappe, aber klare Antwort, sie suchten keine Segler, sondern einen ausgebildeten Koch. Für Christoph Bob der Beginn einer schmackhaften Karriere.

"Für meine Familie und Freunde kam die neue Berufswahl wirklich sehr überraschend, da ich mich bis dato immer vorm Kochen gescheut hatte", schmunzelt der Braunschweiger. Seine bis dahin fehlende Präsenz in der Küche, konnte man in der Ausbildung förmlich spüren. So wurden für Christoph Salat putzen oder Kartoffeln schälen zu großen Hürden. An fantastische Menüs war damals kaum zu denken. Und dennoch, der Lehrling, der anfangs eher durch zwei linke Hände auffiel, biss sich durch und brillierte schließlich bei der Abschlussprüfung: er sicherte sich 98 von 100 möglichen Punkten, womit er zu einem der besten Absolventen bundesweit avancierte.

Diesem Traumergebnis verdankte der aufstrebende Koch auch ein Stipendium mit dem er, "bis das Geld alle war", die Welt entdeckte. Er machte jeweils mehrwöchig Station in Bangkok und bei Anton Mosimann in London. "Diese Erfahrungen möchte ich heute nicht mehr missen", schwärmt Bob noch heute von seiner Entdeckungsreise durch die Welt. Und sein "Fernweh" sollte auch weiterhin seinen Werdegang prägen.
Anschließend ging der "Weltbummler" nach Zürich, wo er zunächst im Grand Hotel engagiert wurde und schließlich im Restaurant Petermanns seine ersten Kontakte mit der Michelin-Sterne-Küche machte.

Nach Ablauf der Aufendhaltsgenehmigung zog es den mittlerweile leidenschaftlichen Koch nach Italien in die Hauptstadt Rom. Das Angebot in einem Hilton Hotel ohne Sterne zu arbeiten klang zunächst wenig verlockend, doch Bob plante nur einen Sommer zu bleiben. Doch wie es immer so ist, wurden aus diesem Sommer vier Jahre in "bella italia".
Schließlich entschied sich Bob in das Geburtsland der "haute cuisine" umzusiedeln und arbeite neun Monate in einem 2-Sterne-Restaurant in Paris. Doch seine Liebe zu Italien war zu groß, sodass der gebbürtige Braunschweiger ein halbes Jahr in einem kleinen Restaurant in Italien seinen Kochlöffel schwang. "Die Arbeit damals war recht langweilig", erinnert er sich, was für ihn ausschlaggebend war wieder nach Paris zurückzukehren. Wieder in Frankreichs Hauptstadt angelangt, arbeitete Bob unter dem höchst dotierten Chef der Welt Alain Ducasse. Eine Zeit auf die er nur mit Schrecken zurückblickt: "In der Küche des Plaza Athenee wurden wir behandelt wie in der fremden Legion, Schläge und Rumschreien waren an der Tagesordnung, das Arbeitsklima war grausam".
Mit einer Menge Durchhaltevermögen hielt es der ambitionierte Koch ein Jahr aus, bevor seine Rundreise durch Europa weiterging. Diesmal verschlug es ihn an den Gardasee, wo er seine erste Stelle als Küchenchef in der "Villa Feltrinelli" annahm.
"Es war ein absolut tolle und aufregende Erfahrung", meint Bob rückblickend. Doch nach einem Jahr hatte er schon wieder "Hummeln im Hintern" und Christoph Bob ging in den Süden Italiens, nach Massa Lubrense in ein neueröffnetes kleines Relais, wo er -man staune- auch heute noch ist.

Seine Spezialität ist die mediterrane leichte Küche, seine Zutaten kommen jeden Morgen frisch aus dem Garten, vom Bio-Bauern oder frisch aus dem Meer. Vielleicht schmeckt es seinen Gästen deshalb so gut, doch Kenner wissen besonders das Feingefühl, die Raffinesse und die Kreativität von Christoph Bob zu schätzen. Vielleicht liegt es auch an seiner Maxime: "Wenn der Gast glücklich ist, dann bin ich es auch", dass ihm die Gäste die Bude sprichwörtlich einrennen.
Eines ist aber auch sicher, auch in Deutschland würden die Feinschmecker gerne einmal in den Genuss von Bobs Kreationen kommen. Aber wer weiß, wo der "Weltenbummler" in ein paar Jahren hinterm Herd steht. Die Hoffnung ist noch nicht begraben, dass Bob "bella italia" den Rücken kehrt und auch in seiner Heimat einmal die Gaumen seiner Gäste verzaubert.

Working Experience:

01.07.2005 - heute Relais Blu , Massa Lubrense, Italy

Maitre de Cuisine

01.01.2005-31.05.2005 Restaurant Victorian, Dusseldorf,

Ex. Sous Chef und Consulting (Entwicklungshelfer)

1 Stars Michelin

01.05.2003 - 31.12.2004 Grand Hotel Villa Fetinelli, Gargnano, Italy

Chef de Cuisine

01.04.2002 - 15.04.2003 Alain Ducasse, PlazzaAthenee, Paris, France

Commis de Cuisine

3 Stars Michelin

01.03.2001 - 01.12.2001 Torre de Saracino, Napoli, Italy

Sous Chef

1 Star Michelin

01.02.2001 - 29.02.2001 Taillvent, Paris, France

Chef de Partie

3 Stars Michelin

01.08.1997 - 31.12.2001 La Pergola Cavalieri Hilton, Rome, Italy

Sous Chef

3 Stars Michelin

01.06.1996- 01.07.1997 PetermannŽs Kunststuben, Zürich, Switzerland

Chef de Partie

2 Stars Michelin

01.12.1995 - 31.05.1996 Dolder Grand Hotel, Zürich, Switzerland

Commis de Cuisine

1993 - 1995 Mövenpick Hotel Braunschweig, Germany

Ausbildung zum Koch

Macht zusammen 13 Sterne Michelin

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