        |  |  JUAN AMADOR Mar y Muntanya Land sinnlicher Gaumenüberraschungen Einen Freispruch für excellent-ungewöhnliche Paarungen würden JUAN AMADORS kulinarische Träumereien ohne Zweifel erhalten, sieht man seine Küchenkunst durch die Brille eines Juristen. So abwägig es auch heute klingen mag: eine Laufbahn in Sachen Justizia war sein Ursprungsgedanke, damals, zu Schulzeiten. Also kein in die Wiege gelegter Koch, sondern jemand, der seine Liebe zu diesem Beruf erst durch einen Zufall entdeckte. Aber danach gab´s für ihn nur noch eins: Kochen, Kreieren, Experimentieren, eigene Stilrichtungen erkunden ... Der kochende Funke war auf ihn übergesprungen und schon sind wir mitten drin in seiner kulinarischen Entdeckungsreise, gespickt mit großer Sinnlichkeit, Ideenreichtum und der Findigkeit eines Geschenkebringers, der seine Pointen aus der Überraschung fremder Gaumen bezieht. Der im schwäbischen Waibling 1968 geborene Sohn spanischer Eltern hätte, wäre es nach seiner Mutter gegangen, heute ganz andere weiße Berufsbekleidung am Leib. Den Kittel eines Doktors hat er ja nun gegen eine Kochjacke eingetauscht und Mama Amador ist mittlerweile ganz stolz, denn die Doktorwürde gegen die Ehre eines Michelin-Sterns gemessen ist sicher der beste Beweis: Der Sohn hat sich absolut richtig entschieden. Bereits während seiner 1985 begonnenen Berufsausbildung zum Koch im Gasthof Lamm in Weinstadt stand für ihn schon fest: Eine geordnete Vorgabeküche ohne eigene Entfaltung, Experimenten und elementarem Kreativ-Strickmuster kommt für ihn nicht infrage. So machte er sich 1988 nach Abschluß seiner Lehre auf eine kulinarische Wanderreise, wie so viele andere, ambitionierte Kollegen auch. Sein Ziel: Die Perfektionierung seines Handwerks. Seine Motivation: Kochen ist mehr, nein so viel mehr als die alleinige Zubereitung verzehrfertiger Speisen. Sein Wunsch: Die Eroberung fremder, genuß-verwöhnter Gaumen. Sein Rezept: Katalanische Wurzeln verwachsen mit klassisch-französischen Elementen mit einer gehörigen Portion eigener Kreativimpulse servierfertig verbinden. Nach Stationen im Gasthof Alter Wirt in München und Schlosshotel Bühlerhöhe in Baden-Baden ging es bereits drei Jahre nach abgeschlossener Berufsausbildung als Souschef nach Ravensburg ins Restaurant Waldhorn. Dann, nach größerem Umzug besetzte er 1993 den Posten des chef de cuisine im Restaurant Petersilie in Lüdenscheid. Fortan verantwortlich für die Musik seiner Speisekarte fand er, was heutzutage eher als unüblich gilt, ein Team um sich geschart, daß seine Takte nur allzu gerne mitverfolgte und mit ihm auch 1997 im September im Fährhaus Munkmarsch auf Sylt einen neuen Wirkungskreis fand. Dort quasi saisonellen rund ums Jahr-Anstürmen mit Saison-Surprise-Cuisine entgegengesetzten Feinschmeckereien fand der freiheitsliebende Sohn des Südens bald heraus, daß dieses nördliche Domizil kein Zuhause für die Ewigkeit sein wird und Ende 1999 traf das Amador-Team in der Mitte Deutschlands die Vorbereitungen für einen grandiosen Neustart: Das Schlosshotel Die Weyberhöfe, Spiegel für Flair und luxeriöse Eigenwilligkeit ist sein neuer Wirkungskreis mit Startschuß zum Jahr 2000. Wer Freizügigkeit und individuelle Großdimensionen richtig zu deuten weiß, macht sich eine In-etwa-Vorstellung von einer Feinschmeckerküche mit Ablegern, die in der Lage sein muß, vom anspruchsvollen Einzelreisenden bis hin zum hochqualitäts-orientierten Großbankett das Geschäft rund um den Bereich Genuß und Gaumenfreuden mit Bravour zu meistern. Die Operation Glamour und Haute cuisine bedeutet auch für JUAN AMADOR einen knallharten Knochenjob mit teilweise 16 Stunden hinter dem Herd, in seinem Küchenchef-Büro, unterwegs beim Einkauf und eben allem, was dazu gehört. Das jemand für ein solches Anforderungspotential eine gehörige Portion Liebe zum Beruf mitbringen muß, versteht sich fast von selbst. Und das zu Küchen-Hoch-Zeiten oftmals neben der eigenen 100%-Leistung noch der eine oder andere fehlende Mann in das eigene Kontingent eingearbeitet werden muß, nimmt JUAN AMADOR in Kauf: Halbherzige Kompromiss-Experimente passen nicht zu ihm und schwierige Zeiten lassen seinen Antriebsmotor entsprechend motifiziert hoch laufen. Den Ausgleich zu seinem anstrengenden Küchenleben schafft er sich durch Motorrad fahren, joggen oder reisen. Klar, daß es ihn bei seinen Reisen in das Land seiner familiären Ursprünge zieht: Katalonien und auch Andalusien. Und wie könnte es anders sein: gerade eben angekommen läßt er sich von den spanischen Töpfen inspirieren, beginnt gedanklich schon wieder zu tüfteln. Nach Hause zurück gekehrt, beginnt er gleich seine Kopfideen in die Tat umzusetzen. Das ist sein Rhythmus, ohne den er wahrscheinlich gar nicht leben könnte. Diese unglaubliche Liebe zu seinem Beruf ist wohl der Grund dafür, daß er seine phantasievollen Kreationen immer wieder aufs Neue mit so viel Überzeugung präsentieren kann. |