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Mietstreitigkeiten in Bad Oeynhausen


Christian Lohse ist in letzter Zeit viel unterwegs. Zum Jahresanfang zog es ihn nach Osnabrück. Zwischenzeitlich war er wieder in der "Windmühle". Jetzt sieht es nach Berlin aus. Der Sternekoch möchte sich persönlich nicht äußern. "Kein Kommentar", lässt er über seinen Anwalt verlautbaren. Für die Vermieter des Loher Restaurants an der Detmolder Straße ist Christian Lohse schlicht und einfach vom Winde verweht.

Laut Vermieter stehen etwa 30.000 Mark Miete für die vergangenen fünf Monate noch aus. "Wir wissen im Moment noch nicht einmal, wo sich Herr Lohse aufhält", empört sich Traute Apke, die Eigentümerin der "Windmühle" ist. 1884 war das Loher Gebäude in Familienbesitz gelangt. 1946 erbte die Mutter der jetzigen Besitzerin das Objekt, ein Jahr später riss ein schwerer Sturm die Flügel von der Mühle.

1994 trat Christian Lohse in der zum Restaurant umgebauten "Windmühle" an und brachte es bis zu zwei Sternen im renommierten Restaurantführer "Guide Michelin". Der gute Ruf eilte bis nach Osnabrück, wo der Maitre im Februar 2002 dem "La Vie" in der City Glanz verleihen sollte. Das Engagement zerschlug sich ("aus persönlichen Gründen") nach kürzester Zeit, Christian Lohse kehrte nach Bad Oeynhausen zurück.

Zuletzt bot der Schaukasten vor dem Schlemmertempel weniger lukullische Köstlichkeiten, sondern immer wieder Gründe für geschlossene Türen. "Betriebsferien" wurden angeführt. Jetzt heißt es: "Der Betrieb bleibt bis auf unbestimmte Zeit geschlossen."

Nun sollen die Sterne über Berlin leuchten. Seit Monaten hielt das noble "Regent-Schlosshotel" Ausschau nach einem Sternekoch, der "aus dem Westen kommen" solle. In Christian Lohse scheint der geeignete Küchenchef gefunden. Anfang nächster Woche soll er offiziell in der Bundeshauptstadt vorgestellt werden. "Noch befindet er sich in der Warm-up-Phase", weiß Matthias Vogt, Wirtschaftsdirektor des "Regent".

Die Berliner versprechen sich gehörigen Aufschwung für ihr im vornehmen Westberliner Stadtteil Grunewald gelegenen 54-Zimmer-Betrieb. Der sei nur durch "eine extrem starke Auslastung im Bereich von Speisen und Getränken gegenüber dem attraktiven Ostteil konkurrenzfähig", versichert Vogt. Christian Lohse wird sein Können von Beginn an beweisen müssen. Leichter machen soll es ihm ein fünfköpfiges Team, mit dem er bereits in Bad Oeynhausen seine Meriten erwarb.

Zurück geblieben ist in Bad Oeynhausen neben der verwöhnten Kundschaft auch die enttäuschte Vermieterin. Die hat derzeit zwar keine neue Adresse vom Sternekoch, nach eigener Aussage jedoch einen gültigen Pachtvertrag für "Die Windmühle". Und der läuft noch bis zum 31. August 2004.
aus der NW vom 2.10.2002





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