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Betrugsvorwurf gegen Starkoch
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Der Münchner Alfons Schuhbeck soll einem Gläubiger gefälschte Aktien angedreht haben.
Von Jens Hungermann
München/Berlin - Flexibilität ist offenbar eine Stärke von Alfons
Schuhbeck. Vor gut zwei Wochen etwa, da luden sich die Fußballer von Bayern
München zur spontanen Meisterfeier in sein Edelrestaurant "Schuhbeck in den
Südtiroler Stuben" selbst ein. Der Starkoch, ganz gewitzt, quartierte flugs
seine eigentlichen Gäste aus - der Party stand nichts mehr im Wege.
Bei einem Geldgeschäft hat Schuhbeck nun allerdings zum Leidwesen
der Staatsanwaltschaft Augsburg ähnliche Flexibilität bewiesen. Sie ermittelt
derzeit gegen den 54-Jährigen. Schnöder Vorwurf: "In Verkehrbringen von
gefälschten Wertpapieren".
Ein Unternehmensberater beschuldigt Schuhbeck, ihm falsche
Eurorenta-Fonds im Wert von 48 000 Euro angedreht zu haben - als
Schuldenausgleich. Der 40-Jährige sitzt laut einem Bericht der "Abendzeitung"
seit November 2002 wegen Betrugs und anderer Delikte in Untersuchungshaft.
Schuhbeck habe 30 Millionen Dollar aus Südafrika in die Schweiz
transferieren wollen, sagte der Unternehmensberater dem Bericht zufolge vor dem
Augsburger Amtsgericht aus. Der Koch habe ihm versichert, dass "alles sauber"
sei. Geld gab es dann jedoch offenbar keines, sondern lediglich eine Schachtel
mit Aktien. Als der Geprellte die gefälschten Wertpapiere bei der Bank einlösen
wollte, schreibt die "AZ", sei der Schwindel letztlich aufgeflogen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Alfons Schuhbeck Ärger mit seinen
Finanzen hat. Anfang der neunziger Jahre zum Beispiel ließ sich der Gourmet von
einem Düsseldorfer Anlagebetrüger abkochen und um einen Millionenbetrag
erleichtern. Vor drei Jahren wurde Schuhbeck (Motto: "Es gibt nix Besseres als
was Guat's") wegen Irreführung der Verbraucher zu einer Geldstrafe verurteilt.
Pikant: Der bodenständige Bayer hatte seine "Hausgemachte Landpastete" und
"Original bayerischen Leberkäs" in Bottrop im Ruhrgebiet produzieren lassen.
Im Sommer 2000 lieh sich Ein-Sterne-Koch Schuhbeck von einem
angeblichen Professor 300 000 Euro. Pech für ihn: Der Mann entpuppte sich als
betrügerischer Elektriker und hatte das Geld laut "Focus" bei einem hochbetagten
Ehepaar ergaunert. Die Anwälte der Geschädigten drängen Schuhbeck nun offenbar
auf schnelle Rückzahlung des Geldes.
Wenigstens beim Kochen hat der mehrfach prämierte Schmankerl-König
aber ein glückliches Händchen. Beim Geschäft mit Kochkursgutscheinen verdient er
zwischen 320 Euro ("Hausmannskost für Feinschmecker - eintägig") und 480 Euro
("Fischkochkurs - zweitägig") pro Person. Sein Buch "Hausmannskost für
Feinschmecker" stand wochenlang in den Bestsellerlisten. Und die gleichnamige
Fernsehsendung im Bayerischen Fernsehen an der Seite von Schauspieler Elmar
Wepper ist ein Quotenhit.
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